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Müll ist auf einmal ein politisches Problem. Im Berliner Wahlkampf machten gerade CDU, SPD, Linke und Grüne Müll zum Thema. Die ideologischen Unterschiede waren recht klar und relevant: Am Beispiel Müll kann man, wenn man will, eine ganze Staatsphilosophie verhandeln.

Da ist zum einen der gemäßigt autoritäre Sound der CDU, die Müll als eine Form der sozialen Kontrolle sieht, als etwas, das Menschen produzieren, nicht Systeme ermöglichen. Die Partei folgt damit der Morallogik von Friedrich Merz, der etwa auch Armut oder soziale Not zum persönlichen Versagen degradiert. Der Slogan, mit dem der CDU-Kandidat Stefan Evers in den Wahlkampf zog, war dabei bürgerlich banalisierter Hermann Hesse: «Jedem Anfang wohnt ein ‹sauber› inne.»

Seltsam war dabei, dass die bisherige Regierungspartei, in deren Zeit Berlin sichtbar immer vermüllter wurde, etwas pampig formulierte: «Berlin ist zu dreckig.» Gar nicht seltsam war das Arsenal an Vorschlägen, die letztlich das restriktive Menschenbild des Konservatismus in seiner Schwundstufe markieren: Mehr Kontrollen, höhere Bußgelder und zusätzliche Waste-Watcher sollen für ein gepflegteres Stadtbild sorgen. Außerdem will Evers – neben der Anhebung der Müllgebühr um 50 Cent pro Monat und Haushalt – Empfänger von Sozialleistungen zum Putzen verpflichten.

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Auch für die SPD war Müll ein wesentliches Thema ihrer Kampagne, neben Mieten und Familie. Sie plakatierte dafür den Slogan: «Spielplatz ohne Spritze», dazu «Grundschule ohne Handy» und «Baustellen sind zum Bauen da, nicht zum Stellen». Die SPD als Partei der sozialen Ordnung und der Gemeinschaft verhandelt Müll – wie die CDU – nicht auf einer systemischen Ebene, sie suchte den praktischen Mittelweg. Das Potential für einen neuen Politikentwurf jedenfalls fand man hier, wie auch sonst im Programm, nicht. Müll betrifft, so sieht es die SPD, vor allem die Verwahrlosung öffentlicher Orte, was etwas fingerzeigend Moralisierendes hat, die eigene Position bleibt im Appellativen stecken.

Interessant – und symptomatisch – war dagegen, wie Die Linke das Thema anging. Ihr Plakatslogan lautete: «Müllchaos beenden. Die Linke räumt auf!» Interessant deshalb, weil Müll als ökonomisch-soziales Querschnittsthema entdeckt und genutzt wurde. Symptomatisch, weil die Partei den Schritt weitergeht als die SPD und vom Reden ins Tun kommen will, mit einem eigenen Fünf-Punkte-Plan und einer politisch genutzten nachbarschaftlichen Putzaktion im Wedding. Bei Haustürgesprächen, so hieß es, habe man festgestellt, dass vor allem Mieten und Müll die Leute beschäftigen; saubere Kieze seien «eine Frage des Respekts» gegenüber denen, die bereits durch hohe Mieten und harte Arbeit belastet sind.

Die Linke entdeckt damit das politische Potential für Systemkritik oder Systemveränderung im Thema Müll. Und tatsächlich schwankt die Müll-Praxis zwischen Verachtung, wenn der Unrat wie ein Mittel der Bestrafung und Vertiefung sozialer Verwerfungen benutzt wird, und Emanzipation, wenn sich um die Frage, wem die Straße, die Nachbarschaft, die Stadt gehört, eine bürgerschaftliche Bewegung oder wenigstens Bewegtheit begründet.

Auch die Grünen sehen das emanzipatorische Potential des Themas. Die Partei selbst oder ihr Kandidat Werner Graf plakatierten dazu im Wahlkampf zwar nicht besonders prominent, aber sie stellten im Juni 2026 den parlamentarischen Antrag «Eine saubere Stadt für alle!». Darin formulierten sie acht Kernforderungen, vom Ausbau der Berliner Stadtreinigung BSR, über jährliche Gutscheine für eine kostenlose Sperrmüllabholung für jeden Berliner Haushalt, eine bessere Koordinierung von BSR und Ordnungsämtern, eine stärkere Verantwortung für die Verschmutzung etwa von Supermarktparkplätzen, Wohnanlagen, Containerstandorten, Bahnböschungen, Brachflächen mit der Kernidee, dass manche Räume zwar rechtlich privat sind, aber «stadträumlich wie öffentlicher Raum genutzt oder wahrgenommen werden», bis zu mehr Präsenz etwa durch Parkläufer, Kiezläufer, Kiezhausmeister, Waste-Watcher, eine funktionierende Ordnungsamt-App, die zur «Saubere-Stadt-App» wird, einer Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen, wie sie schon in Tübingen erhoben wird, und ein Appell an die Zivilgesellschaft, selbst tätig zu werden.

Die AfD wiederum ist die einzige Partei, bei der Müll nicht als Infrastrukturproblem (Grüne), Gerechtigkeitsfrage (Linke) oder Verwaltungsaufgabe (CDU) gerahmt wird, sondern direkt als Verwahrlosung – ein Begriff, der Müll, Graffiti, Drogen, Obdachlose und Migration zusammenführt. Darin steckt der Angriff auf ein Stadtbild, das die AfD als linksgrün codiert. Auffällig ist zugleich, wie nah sie im Instrumentarium an der CDU liegt (Waste-Watcher, Bußgelder, Hotspots) und dass die Grünen mit ihrer Kehrtwende zur Hot-Spot-Strategie und Waste-Watchern in dieses Feld hineingehen.

In der politischen Auseinandersetzung hat das Thema damit eine Sonderstellung. Es ist lebensnah und zugleich offen für grundsätzliche Haltung. Es ist ein Problem, das so gut wie alle sehen und auch alle beheben wollen. Es verbindet Ideologie und Pragmatismus und etabliert die Stadt als genuinen Ort des Politischen, als Raum für Lösungen. Es verkörpert damit eine neue Gestalt des Politischen.

Dabei verschwimmen die Unterschiede nicht, sie werden vielmehr auf andere, konkrete Weise greifbar: Da gibt es den Top-down-Politik-Ansatz durch Strafen, Kontrollen und einen so genannten starken Staat; und es gibt den Bottom-up-Ansatz, der eine Philosophie der gemeinschaftlich handelnden Zivilgesellschaft vorantreibt und letztlich eine neue Form von gesellschaftlicher Energie als Grundlage des Politischen sucht.

Im Müll findet sich die Zukunft der Frage nach der Demokratie.

Politik der Sauberkeit

Das Gegenteil von Müll ist Sauberkeit. Das Problem mit dem Wort Sauberkeit ist nicht, dass das Wort eine moralische Dimension hat. Das Problem ist, dass diese moralische Dimension bislang nicht genutzt wird, um damit progressive Politik zu gestalten.

Sauberkeit ist ein Begriff, der von einem gewissen lebensweltlichen Konservatismus geprägt ist. Sauberkeit erfordert Disziplin, so wie Ordnung Disziplin erfordert. Sauberkeit ist eine Form von Ordnung, Schmutz und Müll sind demnach Formen von Unordnung. Auf der Suche nach tragfähigen Begriffen für eine neue Form von Politik erscheint Sauberkeit als eine Möglichkeit, eine neue Beziehung zwischen den Menschen zu eröffnen, die sich in der gegenseitigen Verantwortung füreinander zeigt. Dafür muss man das Wort erst einmal von den Bedeutungsebenen befreien, die sich historisch darum herum gelegt haben. Diese gedankliche Arbeit ist notwendig, um das Wort in seinem transformatorischen Potential zu sehen.

Moralisch wird der Begriff Sauberkeit, wenn er individuell gesehen wird. Wenn also eine Person nicht ordentlich ist oder unsauber, wenn eine Straße nicht sauber ist, wenn ein ganzes Viertel vermüllt wirkt – dann sind es die Menschen, die dafür die Verantwortung tragen. Sie haben dafür zu sorgen, dass Sauberkeit herrscht. Und ein Teil von dieser Logik ist ja auch richtig. Es gibt diese individuelle Verantwortung, es gibt den Respekt voreinander und füreinander, der sich darin zeigt, wie man miteinander und mit seiner Umgebung umgeht. Wenn dieser Respekt nicht funktioniert, so greift der Staat ein, das ist die gesellschaftliche Logik.

Das ist die alte Erzählung, die Erzählung der Moderne, in der sich Staat und Gesellschaft gegenüberstehen und sich das eine nicht aus dem anderen ergibt. In der es das Private und das Öffentliche gibt, als klar voneinander geschiedene Sphären. In der Sauberkeit oder deren Abwesenheit ein Symptom ist und keine Aufforderung oder Einladung. In der gegenwärtigen politischen Logik, wenn man etwa das Beispiel Berlin nimmt, ist Schmutz damit ein Problem, das gelöst werden muss. Das Problem wird so präsentiert, dass es Menschen gibt, die diesen Müll produzieren, und eine Stadtreinigung, die diesen Müll wegschafft.

Es ist das Modell einer Form von Gesellschaft, die in getrennten Sphären von Macht und Verantwortung organisiert ist; Macht und auch Verantwortung lassen sich delegieren. Es ist die Logik der Arbeitsteilung, es ist die Logik einer politischen Form, die sich aus der historischen Entwicklung der industriellen Revolution ergeben hat. Man nennt die politische Form dieser Logik die repräsentative Demokratie. Und ausgerechnet der Müll ist eine Möglichkeit, eine neue Form von Demokratie zu visionieren. Denn der Schmutz, wird er einfach hingenommen, wirkt fast gewalttätig, er ist eine Geste der Sorglosigkeit, der Achtlosigkeit, des Wegsehens. Eine gewisse Apathie breitet sich aus, weil Müll Zeuge der Zeit ist, Akkumulation dessen, was hier gelandet ist. Gelebtes Leben, weggeworfenes Leben. Gemeinschaft geht anders.

Und hier eben wird Sauberkeit politisch, in einem doppelten Sinn. Es stellt sich die Frage, wer diesen Müll will, welche Botschaft der Müll hat. Der Linken-Politiker Ferat Koçak aus Neukölln hat die Vermutung geäußert, dass die Frage von Sauberkeit und Schmutz sozialen und damit politischen Kriterien unterliegt. Warum, fragte er, wird in bestimmten Straßen in Neukölln weniger oft gereinigt als in anderen Bezirken?

Eine Antwort gibt eine Auflistung der Berliner Stadtreinigung BSR, wonach Straßen wie der Kurfürstendamm häufiger gereinigt werden, weil sie kommerziell und touristisch relevanter sind als Wohnstraßen wie im Reuterkiez in Neukölln. Überraschend bleibt dabei die Zahl, dass in Charlottenburg / Reinickendorf / Spandau doppelt so viel Müll eingesammelt wurde wie in Kreuzberg / Mitte oder Neukölln / Treptow. Ein besonderes strukturelles Problem ist dabei, dass die BSR nicht politisch weisungsabhängig ist und sich damit politische Entscheidungen, die für die Stadt wichtig wären, nicht direkt umsetzen lassen.

Diese alte Ordnung entstand aus einer Verwaltungslogik, die den Menschen vom Staat her denkt und nicht umgekehrt, aus einer Marktlogik, die kommerzielle Orte bevorzugt, und aus einer Privatisierungslogik, die zentrale Funktionen des Staates dem demokratischen Zugriff entzieht. Das Ergebnis ist eine energetische Entleerung des Verständnisses von öffentlichem Raum und gelebter Gemeinschaft.

Eine verschmutzte Straße wie die Falkensteinstraße, wo sich Drogendealer, Touristen und Anwohner vermischen, zeigt damit eine politische Form von Verachtung genauso wie die Achtlosigkeit der Menschen untereinander. Anders gesagt: Sauberkeit ist ein Collective-Action-Problem, bei dem sich einerseits die Defizite der alten Ordnung zeigen und andererseits wenigstens in Ansätzen die Möglichkeiten – und auch Erfordernisse – der neuen Ordnung aufscheinen.

Das Ziel ist, Politik so anders zu organisieren, dass sowohl Staat wie Bürger anders in die Verantwortung genommen werden.

Säubern und Strafen

Sauberkeit als Ideologie hat eine lange Geschichte. Mary Douglas schreibt 1966 in ihrem Buch Purity and Danger: «If we can abstract pathogenicity and hygiene from our notion of dirt, we are left with the old definition of dirt as matter out of place. This is a very suggestive approach. It implies two conditions: a set of ordered relations and a contravention of that order. Dirt then, is never a unique, isolated event. Where there is dirt there is system. Dirt is the byproduct of a systematic ordering and classification of matter, in so far as ordering involves rejecting inappropriate elements.»

Wo also Schmutz ist, ist System. Schmutz ist nicht das Andere der Ordnung, sondern ihr Produkt. Was als Schmutz markiert wird, sagt etwas über die Ordnung aus, die sich davon abgrenzt.

Der Soziologe Richard Sennett wiederum sieht die Sache der Sauberkeit eher als eine spezifisch amerikanische Mittelschicht-Pathologie, die sich in geordnete, homogene Vororte zurückzieht, um Konfrontation zu vermeiden. Sein Argument geht dabei über das Ästhetische hinaus ins Psychoanalytisch-Politische.

Eine «purified community», so formuliert es Sennett in seinem Buch The Uses of Disorder von 1970 ganz im Geist der damaligen Zeit, friere ihre Bewohner in einer adoleszenten Identität ein, die Realitäten ausblende. Unordnung ist für Sennett deshalb auch ein Akt der Befreiung, ein Möglichkeitsraum: «My belief is that this disorder is better than dead, predetermined planning, which restricts effective social exploration. It is better for men to be makers of historical change than for the functional design of a pre-experiential plan to be ‘carried out’.»

Die ideologiekritische Variante linken Denkens hat meistens diese systemische Dimension von Sauberkeit als Zeichen einer pathologischen Moderne definiert. Michel Foucault etwa beschreibt die Stadtreinigung des 19. Jahrhunderts als Teil der «Bio-Politik» — der Übergang von einer souveränen Macht, die tötet, zu einer Verwaltungsmacht, die Bevölkerungen «leben macht» durch Hygiene, Statistik, Disziplinierung.

Und Klaus Theweleit sieht – in seinem Buch Männerphantasien von 1977/78 – im Gegensatz von «Reinheit» und «Schmutz», ähnlich wie Zygmunt Bauman, das Denken der Sauberkeit als psychische Tiefenstruktur des Faschismus. Bauman schreibt 2004 in Wasted Lives: «The production of ‘human waste’ — or more precisely, wasted lives, the ‘superfluous’ populations of migrants, refugees and other outcasts — is an inevitable outcome of modernization. It is an unavoidable side-effect of economic progress and the quest for order which is characteristic of modernity.»

Diese Kritik bleibt relevant – allerdings leben wir nicht mehr in der Form von Moderne, die diese Denkerinnen und Denker beschreiben. Die sich beschleunigenden Krisenphänomene haben dafür gesorgt, dass das Mechanische, das in der Moderne angelegt ist, durch ein neues Paradigma ersetzt wurde, von der Maschine zum Organismus. Das hat Folgen für die Vorstellung und Umsetzung demokratischer Politik. Zwischen dem Versagen der organisierten Politik und der Apathie tut sich ein Raum auf, der gestaltet werden kann und aus dem eine genuin republikanische Energie erwachsen kann.

Neuerungen

Es braucht eine neue politische Sprache oder eine neue Sprache der Politik. Es braucht eine andere demokratische Architektur, die durch Technologie infrastrukturell ermöglicht werden könnte. Es herrscht eine falsche oder veraltete Aufteilung von Politik in bestimmte Lager oder Logiken.

Müll, wirklich als systemische Gemeinschaftsaufgabe definiert, stellt das Gemeinwohl in den Mittelpunkt. Verantwortung wird hier ein ganz zentraler Begriff – Verantwortung der Stadt gegenüber den Menschen, die hier leben, Verantwortung der Menschen für einander. Sauberkeit als politisches Programm verbindet viele von diesen Elementen – eine notwendige Macht- und Institutionenkritik, die die gegenwärtigen Verhältnisse als veränderbar und veraltet beschreibt, und eine Skizze der Notwendigkeit grundsätzlich anderer Institutionen und demokratischer Logik.

Die Verantwortung füreinander wird in den wesentlichen Debatten der kommenden Zeit zentral sein, bei Klima genauso wie bei KI oder der wachsenden Ungleichheit. Es geht dabei, jenseits des oft so aseptischen oder generischen Freiheitsdiskurses, um ein deutlich grundlegenderes Phänomen, das menschliches Zusammenleben prägt: Abhängigkeit.

In anderen Ländern, ich habe das in den USA erlebt, ist es sehr viel selbstverständlicher, dass sich Menschen verabreden, um gemeinsam eine öffentliche Aufgabe zu erledigen, etwa einen Park sauber zu machen. Auch in Berlin gibt es Expats wie die Litter Pickers Berlin, die aktiv sind. Es gibt auch Initiativen wie Zero Waste Berlin, Null Müll Neukölln oder die Zero-Waste-Aktionswochen, die im November in Berlin gemeinsam mit Circular Berlin und dem Looptopia-Festival zivilgesellschaftliche Aktionen orchestrieren. Wichtig ist es dabei, dass nicht einfach – wie es in Berlin die CDU kommuniziert hat – von oben her die Verantwortung den Bewohnerinnen und Bewohnern zuzuschieben, sondern eine neue Form von Politik zu entwerfen, in der sich staatliche und zivilgesellschaftliche Initiativen verbinden.

Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum die Falkensteinstraße in Kreuzberg nicht sehr viel aktiver sauber gemacht wird – vielleicht hängt das damit zusammen, dass sie zum Görlitzer Park führt, wo die CDU eine restriktive und auf Strafen und Überwachen basierende Politik einer fürsorgenden Herangehensweise vorzieht und explizit gegen Teile der Anwohnerschaft und damit der Zivilgesellschaft agiert. Ich verstehe aber auch nicht, warum sich die vielen Lokal- und Ladenbesitzer in der Straße nicht zusammentun und das Saubermachen der Straße als Aktion gemeinsam organisieren, ja inszenieren – das würde die Straße in ein Labor zivilgesellschaftlicher Politik verwandeln.

Das heißt: Das, was von oben kommt, aus der organisierten Politik, muss anders gedacht, geplant, kommuniziert und umgesetzt werden, sehr viel offener und gemeinschaftlicher. Und das, was von unten kommt, muss in mehr Verantwortung füreinander eingebunden sein, die aber nur überzeugend und plausibel ist, wenn die organisierte Politik auch Macht und Kontrolle abgibt.

Was es braucht, ist eine neue politische Architektur der Gemeinsamkeit, in der von unten her gemeinschaftliche Legitimation geschaffen wird. Sauberkeit als Collective Action wird damit zur Blaupause einer neuen demokratischen Praxis.

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Bio.:
Georg Diez ist Journalist, Autor und Kritiker und schreibt über Demokratie, Technologie und politische Kultur.
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