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Der Wunsch nach einem längeren Leben boomt. Während vergangene Generationen zweifelsohne auch schon den Wunsch nach einer Verzögerung des Todes verspürt haben müssen, ist die Hoffnung darauf in den letzten fünf Jahren nicht bloß eine konkretere geworden, sondern wird vor allem als möglich verkauft. Der Euromonitor-Bericht über die «wichtigsten globalen Verbrauchertrends 2025» nennt Longevity als einen der wichtigsten Wellness-Trends und laut Schätzungen tragen ein Drittel der Menschen in westlichen Ländern ein Wearable, das Gesundheitsdaten sammelt.

Auch im Berlin Review Reader 7.

Diese Besessenheit lässt sich in geradezu grotesk scheinenden Investitionssummen nachvollziehen. Das Forschungsnetzwerk Lifespan meldete für 2024 eine Kapitalanlage von 8,4 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von satten 220 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ganze 50 Prozent der neu vermarkteten Supplements tragen Versprechen zu Longevity oder verlängerter Healthspan.

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Das Gesicht der neuen Gesundheitsbesessenheit ist zweifellos Bryan Johnson, Multimillionär und Tech-Entrepreneur, der sein beim Verkauf von Braintree bzw. Venmo erwirtschaftetes Vermögen zum größten Teil in seine eigenen Verjüngungsbestrebungen mit dem Markennamen Blueprint fließt. Unter diesem Siegel läuft erstens Johnsons am eigenen Leibe erprobte Longevity-Kur, für die er auf Geheiß seiner um die 100 Mitarbeiter unter anderem Gentherapien auf geheim gehaltenen Inseln oder Blut-Transfusionen mit seinem neunzehnjährigen Sohn praktiziert, und zweitens die Vermarktung diverser Supplements, Speisen und Bluttests sowie drittens die finanzielle Förderung eines Dutzends anderer Firmen im Themenkreis des Human Enhancement, und zuletzt die Bespaßung von über fünf Millionen Followern auf Social Media.

Johnson, der zwar 48 ist, sich jedoch der Vital-Marker eines Achtzehnjährigen rühmt, benötigt dabei um die sechs Stunden täglich, um eine endlos scheinende Verkettung von Behandlungen zu vollziehen, die von Rotlicht-Therapie über EMS-Sessions bis zum Aufenthalt in hyperbaren Kammern reichen, was es umso erstaunlicher macht, dass er neben seinen diversen Verpflichtungen die Zeit findet, um von seinen Followern als philosophisch empfundene Abhandlungen zu verfassen.

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