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Alan Pauls: Zahl und Wahn
Lesung  

Hanns Zischler liest Alan Pauls’ Essay «Zahl und Wahn» aus Berlin Review Nr. 1, Februar 2024

23. Jan. 2024 Anhören Mehr

In Europa gilt die Inflation als Ausnahmezustand, in Lateinamerika gehört sie zur Tagesordnung. Das weiß auch Alan Pauls, als Argentinier unfreiwilliger Experte für Kulturen der Inflation. In seinem Text für die erste Ausgabe von Berlin Review schlägt Alan einen waghalsigen Bogen vom Urknall über die Pandemie zur Neuen Lateinamerikanischen Rechten und erzählt vom Belagerungszustand der Psyche unter dauerhaft inflationären Umständen. Ein unersättlicher, verschwenderischer Essay über ewige Jugend, den Gestank und die Groteske von Cash, Zahlenspiele am Rande des Wahnsinns und zwecklos geniale Bewältigungsstrategien. Gelesen von Hanns Zischler.

Alan Pauls lebte lange Zeit in Buenos Aires und wohnt seit 2019 in Berlin. Er schreibt Drehbücher, Essays, Kritiken, Romane und Sätze mit herausfordernd langem Atem. Sein Roman «Geschichte des Geldes» erschien 2016 bei Klett-Cotta in deutscher Übersetzung.

Hanns Zischler ist Schauspieler, Theater-, Film- und Hörbuchmacher sowie Autor und Übersetzer. 2017 erschien eine Neuauflauge seines Klassikers «Kafka geht ins Kino» bei Galiani.

Ungekürzte Fassung von Alan Pauls’ Essay aus Berlin Review Nr. 1, Februar 2024, gelesen von Hanns Zischler.
Länge: 55:31 Minuten.

Inhalt

  • 00:00 Einführung
  • 2:12 Am Anfang war die Inflation
  • 5:19 Leere Regale
  • 10:50 Ein Knick in der Zeit
  • 18:06 «Alles stinkt nach Geld»
  • 28:03 Eine ästhetische Existenz
  • 33:18 «Yes, You Should Worry About Inflation»
  • 38:50 Inflation als Lebensform
  • 47:14 Welt von gestern, Welt von morgen

Die Textversion von «Zahl und Wahn» wird in der ersten Ausgabe der Berlin Review vom 1.2.2024 veröffentlicht. Das spanische Original publizieren wir ebenfalls, unter dem Titel «Las cifras de la locura». Abonnieren Sie uns unter blnreview.de/abo.

Die Reihe «Berlin Review Audio» wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Veröffentlicht am 23. Jan. 2024

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Specters of Inflation
Gespräch   1 Stunde 44 10

BLNR editor Samir Sellami speaks with Cristina Rivera Garza and Alan Pauls about the politics and aesthetics of inflation

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23. Jan. 2024 Anhören Mehr
00:00:00 Introduction 00:04:45 Running out of Paper 00:09:16 «Everything Smells of Money» 00:11:33 Money Is the F Word 00:14:50 How Cash Controls the Body 00:18:52 Grotesque Spending 00:21:57 Is Inflation Addictive? 00:23:33 The Inflation Gender Gap 00:26:23 Polarizing Politics of Inflation 00:30:57 Overproduction of Meaning 00:34:24 Writing as Desertion in Time 00:39:22 How Much Fantasy Can We Afford?
Audio 3

«Which school of inflation do you belong to?» If the question sounds odd to people in Europe, it will most likely trigger a flood of physical memories, trauma responses, and awkward anecdotes when posed to writers from Latin America. On the occasion of Alan Pauls’ essay for the first issue of Berlin Review, we’ve invited the Argentinian author and his Mexican colleague Cristina Rivera Garza to talk about inflation and its various specters. Join us for a conversation about the difficult, but essential task of writing on money, inflation as lebensform and structure of feeling, and the dangers of becoming complicit with late capitalism’s overproduction of meaning.

Cristina Rivera Garza is a writer, researcher, and professor for Hispanic Studies and creative writing at Houston University. Her latest, highly acclaimed work «Liliana's Invincible Summer: A Sister’s Search for Justice» appeared in both a Spanish and English version.

Alan Pauls is the author of novels, screenplays, essays, and signature sinuous, gleefully nested sentences. He had lived in Buenos Aires most of his life before moving to Berlin a few years ago.

Alan Paul’s essay «Las cifras de la locura» will be published in the first issue of Berlin Review on February 1, 2024, both in its Argentinian Spanish original and in our German translation. An audio version of this essay, read by Hanns Zischler, is available for subscribers at blnreview.de/audio. Subscribe to the Berlin Review now: blnreview.de/abo.

Content

  • 00:00 Introduction
  • 4:45 Running out of Paper
  • 9:16 «Everything Smells of Money» (Reading Excerpt)
  • 11:33 Money Is the F Word of Latin American Literature
  • 14:50 How Cash Controls the Body
  • 18:52 Grotesques of Spending Money
  • 21:57 Is Inflation Addictive?
  • 23:33 The Inflation Gender Gap
  • 26:23 Polarizing Politics of Inflation
  • 30:57 Overproduction of Meaning
  • 34:24 Writing as Desertion in Time
  • 39:22 How Much Fantasy Can We Afford?

Links

Berlin Review Audio is supported by the Berlin Senate Departement for Culture and Social Cohesion.

Veröffentlicht am 23. Jan. 2024

Audio 2

Yevgenia Belorusets: Kein Ende des Krieges
Lesung  

Yevgenia Belorusets liest ihren Essay «Kein Ende des Krieges» aus Berlin Review Nr. 1, Februar 2024.

16. Jan. 2024 Anhören Mehr

Seit vielen Jahren wohnt Yevgenia Belorusets sowohl in Kyjiw als auch in Berlin. Einmal mehr stieg sie im Spätsommer 2023 in Berlin in den Zug, um sich «mit eigenen Augen» ein Bild vom ukrainischen Leben unter Beschuss und Besatzung zu machen. Ihr Kriegstagebuch, das um seine eigene Sinnhaftigkeit ringt, erzählt von unscharfen Botschaften und unbewältigtem Leid, von magischem Denken und radikaler Seelsorge, von Fatalismus und Alltagsgeschick. Aus lakonischen Gesprächsnotizen und flüchtigen Porträts entsteht ein nicht leicht verdauliches Bild der ukrainischen Gesellschaft im zweiten Kriegsjahr. Während die Kluft immer größer wird zwischen denen, die den Krieg täglich erleben, und denen, die ihn dokumentieren, gerät auch die Darstellung in immer tiefere Krisen. Kann man, darf man, soll man vom Krieg erzählen?

Yevgenia Belorusets ist Autorin, Fotografin, Künstlerin und Kuratorin. Mit Texten und Bildern erzählt sie kompromisslos präzise vom Leben in der Ukraine unter den Bedingungen des russischen Angriffskriegs.

Vollständige Lesung des Essays aus Berlin Review Nr. 1 durch die Autorin.
Länge: 36:15 Minuten.

Inhalt

  • 01:52 Soll man vom Krieg erzählen?
  • 08:31 Kyjiw, eine Insel
  • 15:27 Büchermarkt und Frontgeflüster
  • 21:34 Bohdan, ein Künstler
  • 27:52 Bohdan, ein Mönch
  • 32:27 Das Gespenst in der Kamera

Die Textversion von «Kein Ende des Krieges» wird in der ersten Ausgabe der Berlin Review vom 1.2.2024 veröffentlicht. Abonnieren Sie uns unter blnreview.de/abo.

Die Reihe «Berlin Review Audio» wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Veröffentlicht am 16. Jan. 2024

Audio 1

Yevgenia Belorusets im Gespräch
Gespräch   1 Stunde 44 10

Yevgenia Belorusets spricht mit Tobias Haberkorn über ihren Essay «Kein Ende des Krieges» aus Berlin Review Nr. 1, Februar 2024

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8. Jan. 2024 Anhören Mehr
00:00:00 Introduction 00:04:45 Running out of Paper 00:09:16 «Everything Smells of Money» 00:11:33 Money Is the F Word 00:14:50 How Cash Controls the Body 00:18:52 Grotesque Spending 00:21:57 Is Inflation Addictive? 00:23:33 The Inflation Gender Gap 00:26:23 Polarizing Politics of Inflation 00:30:57 Overproduction of Meaning 00:34:24 Writing as Desertion in Time 00:39:22 How Much Fantasy Can We Afford?
Audio 1

In ihrem Berlin-Review-Essay «Kein Ende des Krieges» erzählt Yevgenia Belorusets vom ukrainischen Leben unter Beschuss und Besatzung, von unbewältigtem Leid und radikaler Seelsorge, von Fatalismus und Alltagsgeschick. Wir sprechen mit Yevgenia über ihre Reise im Spätsommer 2023 nach Kyjiw, wo sie immer noch eine Wohnung hat, über die Gefahren zynischer Beobachtung, über Abgründe der Normalisierung und das Verständnis dafür, über Polarisierung und Verhärtungen der Fronten, auch und gerade der diskursiven. Wie groß ist die Gefahr, dass der Krieg zu einem «rechtmäßigen Zustand» wird und was kann das Schreiben dagegen tun?

Am 4.11.2023 sprach BLNR-Redakteur Tobias Haberkorn in der daadgalerie Berlin mit Yevgenia Belorusets über ihre Schreib- und Recherchearbeit an «Kein Ende des Krieges».

Yevgenia Belorusets ist Autorin, Fotografin, Künstlerin und Kuratorin. Mit Texten und Bildern erzählt sie kompromisslos präzise vom Leben in der Ukraine unter den Bedingungen des russischen Angriffskriegs.

Eine ungekürzte Hörversion des Textes, eingelesen von der Autorin, finden Sie unter blnreview.de/audio. Abonnieren Sie Berlin Review unter blnreview.de/abo. Die Reihe «Berlin Review Audio» wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Inhalt

  • 00:00 Einführung
  • 04:01 Wie geeint ist die ukrainische Gesellschaft?
  • 08:16 Sperrstunde und Schlaflosigkeit
  • 11:48 Abgründe der Normalisierung
  • 16:05 In den besetzten Gebieten
  • 18:12 Polarisierung, Verhärtung, Verdacht
  • 20:51 Kein Ende des Krieges
  • 23:28 Radikal orthodox
  • 26:24 Front und Familie
  • 28:05 Informationsflüsse zwischen den Sprachen
  • 32:12 Krieg um Infrastruktur

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Veröffentlicht am 8. Jan. 2024