HasenprosaMaren Kames
Suhrkamp März 202425 € 182 S.

Der wichtigste Grundsatz, den man beim Lesen von Maren Kames’ Roman Hasenprosa von Anfang an akzeptieren muss: Es gibt da diesen Hasen. Dann nicht unbedingt zu lange weiter nachdenken, sondern sich einfach immer mal wieder nebenbei daran erinnern. Es gibt da diesen Hasen. Es ist auch nicht so schwer, das zu vergessen, denn dieser Hase mischt sich auf quasi jeder Seite ins Geschehen ein. Dabei kommt nicht immer eine Handlung in dem Sinne zustande, dass zweckmäßig irgendetwas getan wird, das zu etwas Bestimmtem führt. Trotzdem sind alle Beteiligten ständig dabei, irgendetwas zu machen, immer in Bewegung, geschäftig am Wuseln, emsig am Tun.

Die Sache mit dem Hasen

«Das mit dem Hasen», so beginnt der erste Satz des Buches und bietet damit eine gute Alternativüberschrift für den flirrenden Text, der von dem psychedelischen Unterwegssein handelt, das zum Hineinwachsen ins eigene Leben führt. Anderswo nennt man das Erwachsenwerden, aber in der Hasenprosa finden viele derjenigen Vorgänge, die damit üblicherweise einhergehen, nicht statt. Ein gut etabliertes Bild für das Groß- und Älterwerden ist die Reise: Darauf greift Maren Kames hier zurück. Allerdings beginnt diese Reise an keinem bestimmten Punkt, wir begleiten die Erzählerin (die den gleichen Namen wie die Autorin trägt) weder beim Packen ihrer brennenden Reiseschuhe noch beim Verlassen des Hauses, sondern sind einfach so bei ihr, wie auch der Hase einfach bei ihr ist und die Denk- und Gefühlsbewegungen, die während dieser Reise vor sich gehen, in unterschiedlichen Fahrzeugen begleitet.

Hat ein Leben als Mensch oder Hase ein bestimmtes Ziel außer dem, als Mensch oder Hase mit den Mitteln, die man hat, so gut wie möglich durchzukommen? Eher nicht. Und so hat auch die Reise, die Kames schildert, kein besonderes Ziel außer dem, darüber nachzudenken, unter welchen Bedingungen dieses Leben begann, was die Phrase «so gut wie möglich» bedeuten könnte und was sonst noch so drin war.

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