Vom Westen kaum bemerkt, zerrissen von religiösen, ethnischen und ökonomischen Konflikten, ist der Sudan seit Jahren eine der tödlichsten Regionen der Welt. Die systematische Gewalt gegen Frauen in diesem Krieg hat eine Vorgeschichte im Sklavenhandel – und in der Familienhistorie unserer Autorin.
Kamel Daoud, Gewinner des Prix Goncourt 2024, gilt in Frankreich als maßgebliche Stimme des intellektuellen Algerien und Experte für koloniale Vergangenheit, Islamismus und Einwanderung. Sein Roman Houris behandelt den algerischen Bürgerkrieg der 1990er – und lässt einige historische Lücken.
Mit 97 überlebt Leni Riefenstahl einen Hubschrauberabsturz im Sudan – eine weitere Survivor-Story in ihrem an Heldengeschichten reichen Leben. In Andreas Veiels Doku Riefenstahl sind es nicht die kleinen Fehler, die R.s Lebenslügen aufdecken. Es ist die archivarische Sammelwut der Autorin selbst.
Jan Assmann erforschte nicht nur Ursprungsmythen, er erzählte sie auch. Seine These vom Antisemitismus als Reaktion auf monotheistische Gewalt wurde selbst als antisemitisch kritisiert. Doch das war sie nicht, vielmehr zeigte sie das Judentum als Kern und Herausforderung der westlichen Zivilisation.
Mohamed Kordofani gehört zu einer Kohorte junger, autodidaktischer Filmemacher aus dem Sudan. Sein Goodbye Julia lief als erster sudanesischer Film in Cannes. Gender- und klassensensibel erzählt er von der rassistischen Hierarchie zwischen Nord- und Südsudan, die das Leben von Generationen prägt.