Nobody killed the humanities. And yet they lie in guilt and agony in their cave, reaching for the last roasted scraps of the Sun God’s sacred cattle. What does this end-of-the-world Odyssey summer mean for the public intellectual? And can they survive it?
«Ein Vorname ist ein Talisman. Er ist die Erinnerung an den Weg, den alle anderen vor uns gegangen sind. Dass sie vor uns solches Leid ertragen haben, lindert unser eigenes. Ein Kind mit rechtem Namen ist auf ewig gerettet» – eine Erzählung zu den Bildern Rayan Yasminehs in unserem Reader 6
Als US-Truppen am 3. Januar 2026 den Präsidialsitz von Nicolás Maduro überfielen, handelten sie im Einklang mit einer Erzählung, die nach 9/11 von George W. Bush gesetzt wurde und die südamerikanische Machthaber seither beliebig nutzen: «Der Drogenhandel unterstützt terroristische Netzwerke.»
Auf der Bühne stehen die Autoren, doch für Substanz und Kontinuität im Literaturbetrieb sorgen die Lektoren. Jean Paulhan, legendärer Zeitschriftenmacher und Gallimard-Cheflektor, füllte beide Rollen. Seine Forschungen über madagassische Sprichwörter zeigen sein Sprachgenie und Sinn für Tradition.
More and more international novels read as if their primary aim were translation into mass-market, globally legible English prose. Is Vincenzo Latronico’s Le perfezioni, written in Italian, one of them—or does it genuinely capture a generational ennui caught between dissent and assimilation?
Vincenzo Latronico’s Perfection is widely celebrated as an ultra-realistic portrait of the author’s generation—its expat condition, aspirations, and fears. More than a map of millennial angst and desire, the novel draws the reader into an intricate play of self-curation and authenticity.
Maschinenstürmer, Geschichtsfreak, Mondscheinromantiker, «Radiolurch». Thomas Pynchon hat viele Gesichter, nur das eigene hält er seit 70 Jahren geheim. Schön, dass er jetzt doch noch einen Roman geschrieben hat! Zu früherer Form kann er nicht mehr auflaufen – bleibt das Komplott um den Käse.
Laut Propaganda und Staatsräson haben Palästinenser kein Land und keine Nation. Der Blick in Kulturwelt und Germanistik zeigt aber: Wir sind es, die für sie keine Sprache haben – erst recht nicht für jene, die hier leben, schreiben und künstlerisch arbeiten. Wie kann das sein? Und wie anders werden?
«Erlauben Sie mir noch diese Analogie: Anders als Charon, der die Seelen mit einem Boot über den Fluss Lethe ins Reich der Toten übersetzt, übersetzt oder bringt das Schreiben in umgekehrter Richtung die Seelen der Toten ins Reich der lebenden Lesenden zurück.»
Arabisch ist eine Weltsprache, gesprochen von rund 3 Millionen Menschen in Deutschland – doch arabischsprachige Literatur ist hier schwer zu vermitteln. Das liegt an fehlenden Sprachkenntnissen in Verlagen, in der Literaturkritik und -wissenschaft; und leider auch an einem fatalen Generalverdacht.
Recent novels by Jennifer Croft and Kate Briggs amp up the role of the literary translator precisely in a the moment when the machines take over. Is this a last hurrah of a heroic yet notoriously invisible profession – or does it betray an ignorance of what translators are actually doing?
Die niederländische Literatur hat ein Problem, das auch die deutsche betrifft: Entweder die Leute lesen gar nicht mehr oder sie tun es auf Englisch. Was tun gegen die unerbittliche Amerikanisierung lokaler Kulturen? Eine aufmüpfige Lyrikszene aus den Niederlanden und Flandern legt Fluchtlinien aus.