Berlin’s public pools have become battlegrounds over race, security, and national decline. The moral panic surrounding the Volksbad project asks what remains of the pool as a public good, and what kinds of social life can still take shape there.
Im Reader 7 zeigen wir eine Werkauswahl des Pariser Künstlers Pol Taburet. In seiner Malerei spielen Geister genauso eine Rolle wie Rap-Videos der frühen 2000er. Farben zeigen sich mal laut, mal still oder gedeckt, und afrokaribische Fabulationen machen uns mit seinen neuen Figuren vertraut.
«Ich verfluche das Land in den Krieg das schwöre ich bei den Explosionen ich lasse den Himmel tausendfach zerstückelt auf euch herabfallen» – ein Auszug aus Karosh Tahas neuem Roman Gulistan
«Das bedrückende, aber auch interessante Gefühl, nie wirklich jung gewesen zu sein, dürfte der Lebenswirklichkeit vieler junger Menschen heute schicksalhaft entsprechen.» Auffallend viele Texte in unserem Reader 7 beschäftigen sich mit Ewigkeit, Tod – und dem nicht-optimierbaren Rest des Lebens.
Ewig leben im Abo-Modell: Longevity überführt rechte Verfallsangst und religiöse Endzeitsehnsucht in eine Pay-to-Pray-App für alle, die schon heute erlöst sein wollen.
Who has the freedom to be disliked? Wuthering Heights, One Battle After Another, and other recent cultural products reveal different approaches to navigating the politics of race and representation—shaping not only fictional characters, but the practice of criticism itself.
Sich wahllos China-Content reinzuziehen, den man gar nicht versteht, ist das Meme dieses Internet-Jahres. Unser Autor will sein «Chinamaxxing» aber nicht als typische Anbiederung eines westlichen Intellektuellen an den kommenden Hegemon verstanden wissen. Er ist zum echten Daoisten geworden.
«Die Funktionsweise Groks bleibt eine Black Box. Was aus ihr kommt, ist kategorisch flach: Hamas oder Siedler, Krake oder Oktopus, alles sieht gleich aus, wird gleich, äquivalent, scheißegal.»
“But history / Is not without a malicious sense of humor, / And commerce is cleverer than it gets credit for.” Ryan Ruby plucks at the strings that stretch from there to here, from our skulls to our screens, in three poems on looking and not looking, doing and not doing.
How it feels to watch Kristoffer Borgli’s twisted rom-com The Drama, starring Zendaya and Robert Pattinson, about an almost-canceled wedding when you’ve actually canceled your own.
Lange einem falschen Autor zugeschrieben, fordert Antoine Idier zur Neuausgabe von Christian Maurels Für den Arsch, den Text als Kernbeitrag zu politischen und publizistischen Debatten über Sexualität, Begehren und Revolution einzuordnen. Wir veröffentlichen sein Vorwort in deutscher Übersetzung.
«Ein Vorname ist ein Talisman. Er ist die Erinnerung an den Weg, den alle anderen vor uns gegangen sind. Dass sie vor uns solches Leid ertragen haben, lindert unser eigenes. Ein Kind mit rechtem Namen ist auf ewig gerettet» – eine Erzählung zu den Bildern Rayan Yasminehs in unserem Reader 6
«Ich lächle oft. Ich biete vorsichtiges Englisch an, abgerundet und höflich. Ich sehe, wie Gesichtsausdrücke sich verändern, wenn ich sage, dass ich Palästinenserin bin. Dass ich aus Gaza komme.»
Kaum ein Kino beschäftigt sich interessanter mit Kapitalismus und sozialer Klasse als das südkoreanische. In Park Chan-wooks No Other Choice entscheidet nicht der Kontostand über den gesellschaftlichen Rang, sondern der Duft: ein Klassennarrativ, das Parasite vorgezeichnet hat.
The tastemakers of the prestige prose industry, Fitzcarraldo Editions extends its hegemony with an array of new poetry titles. Four new books clad in well-known white and blue turn towards the small and the strange—refusing relevance, embracing opacity, and letting language fail beautifully.
“She could be me someday, if he leaves her alone, but he says that’s who he lives for, and so I showed him last night what he’ll fathom, fully ’fine,’ the rest of his life: rejection”—three poems on time wasted and time regained, from Deutsche Bahn compartments to Zweiners, Neukölln.
In Darryl, Jackie Ess resurrects the 2010s in all their glossy malice while sending her protagonist through spirals of gender, sex, and heteropessimism. Beneath the deadpan humor of this unflinching debut lurks a puzzling question: what does it mean to be real when this is not what you feel?
«Denn Mutterschaft verleiht einem eine gewisse Handlungsfähigkeit, als würde eine heiße Esskastanie in einem aufbrechen. Das absolut Schlimmste daran, ein kinderloses Kind zu haben, ist das Wissen, dass es sich nie eine Vorstellung davon machen wird, wie oft man in seinem Sinne handeln musste.»
«Stimmen hören, und das auch noch in einem deutschen Kostümfilm, der von Gefühlen handelt – da kommt unweigerlich Kitschverdacht auf. Glücklicherweise umschifft Mascha Schilinskis In die Sonne schauen dieses Problem elegant, verkehrt das Klischee ins Gegenteil und macht es zur eigenen Stärke.»
To keep us in the loop, the mental health industry, especially online, has hand-sized solutions for loss—even when it is as unbearable as losing a child. Against this tide of griefluencing, Yiyun Li’s memoir on the deaths of her sons insists on the permanence of sorrow—and a language of mutual care.
Faster than expected, the fertility rate of humankind may have fallen below the so-called replacement rate. The most alarmist responses are raised by pro-natalist white men on the right, but research suggests that their very own technological agenda is driving the decline more than any other factor.
Mit siebzig Jahren hat Helene Bracht in Das Lieben danach eine kondensierte Bilanz jenes Lebens vorgelegt, das nach sexueller Gewalterfahrung im Kindesalter natürlich weitergehen muss. Ein Debüt, so reflexionsscharf und auch selbstkritisch, dass es die Literatur zu Missbrauch und Trauma überragt.
Die amerikanische Gesellschaft verlässt sich quer durch alle Klassen und Altersstufen auf Psychopharmaka, die deutsche tut es ihr zusehends nach. Wenn Aufregung und Abwehr, Emotionen und Interessen medikamentös eingestellt sind, scheint die Psychoanalyse kaum noch mitzureden – aber das täuscht.